Hitschmann, Friedrich: Verliebte Gedanken. In: Lecher, Zacharias Konrad (Hrsg.): An der schönen blauen Donau, Titelzusatz Beilage der »Presse«, 11. Heft, S.261. Wien, 1. Juni 1893.
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Wer den Honig aus den Bienenkörben holen will, darf sich vor
Stichen nicht fürchten.
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Die Frauen sind die Aristokraten der Menschheit, voll Geschmack,
Eleganz, Tact und — Herrschsucht.
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Der Zweifel ist vielleicht der Anfang des Glaubens, aber sicher
das Ende der Liebe.
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Die Coketterie entspringt dem Selbsterhaltungstrieb der Frau.
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Die Treue ist nur dann von Werth, wenn sie aus innerem
Bedürfniß, nicht aus bloßem Pflichtgefühl geübt wird.
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Das Frauenherz soll die Capelle des Mannes sein; er macht es
freilich oft zur Schänke.
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Keine Rose ohne Dornen, kein Sieg ohne Kampf und keine
Liebe ohne Thorheiten.
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Die Einfalt ist zwar eine Wächterin der Tugend, aber eine
sehr bestechliche.
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Die falsche Begeisterung leugnet das Gemeine, die echte dagegen
veredelt es.
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Die Liebe ist ein Glück oder ein Unglück, je nachdem man sie
auffaßt, und eine Tugend oder ein Laster, je nachdem man sie übt.
Wien.
Friedrich Hitschmann.