Friedrich Hitschmann

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 +===== Sprüche. =====
 +
 +Von\\
 +**Friedrich Hitschmann.** \\
 +<font 12px/inherit;;inherit;;inherit>(Aus dem Nachlaß.)</font>
 +
 +//<font 10px/inherit;;inherit;;inherit>Nachdruck verboten.</font>//
 +
 +Das Frauenherz ist gütig,\\
 +Das Männerherz ist groß,\\
 +Es liebt der Mann die Menschheit,\\
 +Die Frau die Menschen blos.
 +
 +*
 +
 +Ein Herz, das nicht von Wahn bethört,\\
 +Mag einer Kirche ähnlich sein,\\
 +Drin Beter sich als Beter reih’n\\
 +Und Keiner doch den Andern stört.
 +
 +*
 +
 +Ein Häuschen wünscht ich mir, seitab vom großen Wege,\\
 +Auf dem von ferne nur der Blick des Wand’rers weilt,\\
 +Ein kleines Gärtchen dran mit blumigem Gehege,\\
 +Und dann ein holdes Weib, das beides mit mir theilt.
 +
 +*
 +
 +Geduld ist keine Göttin,\\
 +Wie man so oft sie hieß,\\
 +Geduld ist auch kein Engel,\\
 +Als den man oft sie pries,\\
 +Geduld ist nichts als Klugheit,\\
 +Die fest und unbewegt,\\
 +Was sich nicht läßt vermeiden,\\
 +Mit guter Art verträgt.
 +
 +*
 +
 +Die Frauenliebe gleicht fürwahr\\
 +Der Mondenscheibe ganz und gar,\\
 +Geheimnißvoll und dennoch klar,\\
 +Ergreift ihr Strahl uns wunderbar,\\
 +Doch leider bleibt sie immerdar\\
 +Auch ganz wie jene wandelbar.
 +
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 +
 +Die Freundschaft heischt nicht allzu strenge Wahl,\\
 +Doch in der Liebe muß Du auf der Huth sein,\\
 +Denn vielen Menschen kannst zugleich Du gut sein,\\
 +Doch wahrhaft lieben nur ein einzigmal.
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 +*
 +
 +Dem Manne scheint die Lieb’ ein Eiland grün und schön,\\
 +Drauf er von wilder Fahrt für Tage fröhlich rastet,\\
 +Die Frau, die nicht wie er durch’s Leben stürmt und hastet,\\
 +Glaubt in der Liebe selbst ein weites Meer zu seh’n.
  
  
friedrich_hitschmann_-_sprueche.1780173387.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/05/30 20:36 von Daniel Schönfeld

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