Friedrich Hitschmann

Die umfassende Dokumentation

Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


friedrich_hitschmann_-_aphorismen_1892_4

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

friedrich_hitschmann_-_aphorismen_1892_4 [2026/05/28 12:05] – angelegt Daniel Schönfeldfriedrich_hitschmann_-_aphorismen_1892_4 [2026/05/28 12:13] (aktuell) Daniel Schönfeld
Zeile 6: Zeile 6:
  
 </blockquote> </blockquote>
 +=====   Aphorismen.   =====
 +
 +Die Liebe ist die Würze des Lebens. Die Würze der Liebe aber\\
 +ist die Eifersucht.
 +
 +*
 +
 +Es gibt keine natürliche Koketterie, weil es keine kokette Natur gibt.
 +
 +*
 +
 +Die Reue ist das schärfste aller Gifte, es wird aus den Unthaten\\
 +der Menschen gewonnen.
 +
 +*
 +
 +Der Selbstmörder ist ein Schuldner, der seine Schuld einlöst,\\
 +ehe sie fällig ist. Was sollte der Gläubiger dagegen einzuwenden haben?
 +
 +*
 +
 +Es gibt eine Art von Galanterie, die den Mann zum Kind und\\
 +das Weib zur Puppe erniedrigt.
 +
 +*
 +
 +Wer etwas scheinen will, was er nicht ist, muß etwas sein, was\\
 +er nicht scheinen will.
 +
 +*
 +
 +Nicht nur das Reden, sondern auch das Hören, nicht nur das\\
 +Schreiben sondern auch das Lesen ist eine Kunst.
 +
 +*
 +
 +Die Liebe als Kunst treiben heißt sie entwürdigen. Denn wenn\\
 +die Liebe nicht Natur ist, so ist sie ein Unding.
 +
 +*
 +
 +Es ist das Wichtigste aller Talente, seine Talente zur Geltung\\
 +zu bringen.
 +
 +*
 +
 +Unser Leben ist voll von Enttäuschungen und nur das Ende\\
 +sollte keine sein?
 +
 +*
 +
 +Reisen heißt für den Pessimisten, sich überzeugen, daß Welt und\\
 +Menschen nirgends besser sind als daheim.
 +
 +*
 +
 +Stammbücher sind die Friedhöfe der Freundschaft und die Denk-\\
 +sprüche die Leichensteine darauf.
 +
 +*
 +
 +Der Glückliche wird das Schicksal immer gerecht, der Unglück-\\
 +liche immer ungerecht finden.
 +
 +*
 +
 +Mancher sieht seinen höchsten Reichthum in der Ehre, die Mehr-\\
 +zahl aber ihre höchste Ehre im Reichthum.
 +
 +*
 +
 +Es ist ein Vorzug des Alters, ohne Opfer tugendhaft sein zu können.
 +
 +*
 +
 +Die Unmäßigkeit ist die Brücke, welche Tugend und Laster\\
 +verbindet.
 +
 +*
 +
 +Es ist das Merkmal eines edlen Rausches, daß ihm keine Er-\\
 +nüchterung folgt.
 +
 +**Wien.** \\
 +**Friedrich Hitschmann.**
  
  
friedrich_hitschmann_-_aphorismen_1892_4.1779969910.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/05/28 12:05 von Daniel Schönfeld

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki