Friedrich Hitschmann

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friedrich_hitschmann_-_parabeln [2026/05/29 16:10] – [II. Ein Rangstreit.] Daniel Schönfeldfriedrich_hitschmann_-_parabeln [2026/05/29 16:19] (aktuell) – [III. Fortuna’s Sendung.] Daniel Schönfeld
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 ==== III. Fortuna’s Sendung. ==== ==== III. Fortuna’s Sendung. ====
  
-Eines Tages beschied Jupiter, der stets für das Wohl seiner Geschöpfe besorgt ist, seine Lieblingstochter, die liebenswürdige Fortuna, vor sich, reichte ihr ein goldenes Horn, das die allerköstlichsten Güter in nie versiegender Fülle barg, und hieß sie damit zur Erde niedersteigen, um Lust und Wonne unter den Menschen zu verbreiten. Die Göttin that, wie ihr geheißen worden; sie durchwanderte rastlos alle Städte und Länder, schritt unermüdlich von einem Hause zum andern und bald stieg der Jubel der Beglückten in donnernden Chören zum Himmel auf. Es währte jedoch nur eine kurze Zeit, da erschien Fortuna abermals vor dem Throne Jupiters und sprach: „Du weißt, o Herr, wie eifrig ich stets bestrebt bin, Deine Zufriedenheit zu gewinnen, aber dieses Geschäft übersteigt meine Kräfte. Denn seit meine Sendung den Menschengeschlecht offenbar geworden, begehrt man mich mit fiebernder Ungeduld an tausend Orten zugleich, und wie sehr ich meinen Flug beeile, um all den Bitten und Wünschen gerecht zu werden, komme ich doch gar oft zu spät und muß viele der Erstgeborenen in ungestillter Sehnsucht nach mir dahinsiechen sehen.“ „Dein gutes Herz macht Dir Ehre,“ sprach Jupiter „und daß Du sicherlich seine Ursache mehr hast zu klagen, will ich Dir zwei Gefährtinnen beigesellen; diese sollen die Menschen ermuntern, wenn sie entmuthigt sind, Deiner zu harren und sie trösten, wenn Du sie einmal besuchtest und nur leicht lange nicht mehr die Zeit findest, zu ihnen zurückzukehren.“ Er winkte und zwei schimmerlose Genien eilten herbei, sich in den Dienst der Göttin zu stellen. Es waren die Hoffnung und die Erinnerung.+Eines Tages beschied Jupiter, der stets für das Wohl seiner Geschöpfe besorgt ist, seine Lieblingstochter, die lebensfrohe Fortuna, vor sich, reichte ihr ein goldenes Horn, das die allerköstlichsten Güter in nie versiegender Fülle barg, und hieß sie damit zur Erde niedersteigen, um Lust und Wonne unter den Menschen zu verbreiten. Die Göttin that, wie ihr geboten worden; sie durchwanderte rastlos alle Städte und Länder, schritt unermüdlich von einem Hause zum andern und bald stieg der Jubelruf der Beschenkten in donnernden Chören zum Himmel auf. Es währte jedoch nur eine kurze Zeit, da erschien Fortuna abermals vor dem Throne Jupiter’s und sprach: „Du weißt, o Herr, wie eifrig ich stets bestrebt bin, Deine Zufriedenheit zu gewinnen, aber dieses Geschäft übersteigt meine Kräfte. Denn seit meine Sendung dem Menschengeschlecht offenbar geworden, begehrt man mich mit fiebernder Ungeduld an tausend Orten zugleich, und wie sehr ich meinen Flug beeile, um all den Bitten und Wünschen gerecht zu werden, komm ich doch gar oft zu spät und muß viele der Erstgebornen in ungestillter Sehnsucht nach mir dahinsiechen sehen.“ „Dein gutes Herz macht Dir Ehre,“ sprach Jupiter „und daß Du fürderhin keine Ursache mehr habest zu klagen, will ich Dir zwei Gefährtinnen beigesellen; diese sollen die Menschen ermuthigen, wenn sie genöthigt sind, Deiner zu harren und sie trösten, wenn Du sie einmal besuchtest und nun vielleicht lange nicht mehr die Zeit findest, zu ihnen zurückzukehren.“ Er winkte und zwei lichtumflossene Genien eilten herbei, sich in den Dienst der Göttin zu stellen. Es waren die Hoffnung und die Erinnerung.
  
  
friedrich_hitschmann_-_parabeln.1780071042.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/05/29 16:10 von Daniel Schönfeld

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