Friedrich Hitschmann

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Hitschmann, Friedrich: Verliebte Gedanken. In: Lecher, Zacharias Konrad (Hrsg.): An der schönen blauen Donau, Titelzusatz Beilage der »Presse«, 11. Heft, S.261. Wien, 1. Juni 1893.

Online-Version: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=asd&datum=1893&page=296&size=45

Verliebte Gedanken.

Wer den Honig aus den Bienenkörben holen will, darf sich vor
Stichen nicht fürchten.

*

Die Frauen sind die Aristokraten der Menschheit, voll Geschmack,
Eleganz, Tact und — Herrschsucht.

*

Der Zweifel ist vielleicht der Anfang des Glaubens, aber sicher
das Ende der Liebe.

*

Die Coketterie entspringt dem Selbsterhaltungstrieb der Frau.

*

Die Treue ist nur dann von Werth, wenn sie aus innerem
Bedürfniß, nicht aus bloßem Pflichtgefühl geübt wird.

*

Das Frauenherz soll die Capelle des Mannes sein; er macht es
freilich oft zur Schänke.

*

Keine Rose ohne Dornen, kein Sieg ohne Kampf und keine
Liebe ohne Thorheiten.

*

Die Einfalt ist zwar eine Wächterin der Tugend, aber eine
sehr bestechliche.

*

Die falsche Begeisterung leugnet das Gemeine, die echte dagegen
veredelt es.

*

Die Liebe ist ein Glück oder ein Unglück, je nachdem man sie
auffaßt, und eine Tugend oder ein Laster, je nachdem man sie übt.

Wien.
Friedrich Hitschmann.

friedrich_hitschmann_-_verliebte_gedanken_2.txt · Zuletzt geändert: 2026/05/30 18:41 von Daniel Schönfeld

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