Friedrich Hitschmann

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-Hitschmann, Friedrich: Aphorismen. In: Lecher, Zacharias Konrad (Hrsg.): An der schönen blauen Donau, Titelzusatz Beilage der »Presse«, 8. Heft, S.183. Wien, 15. April 1892.+Hitschmann, Friedrich: Aphorismen. In: Lecher, Zacharias Konrad (Hrsg.): An der schönen blauen Donau, Titelzusatz Beilage der »Presse«, 10. Heft, S.226. Wien, 15. Mai 1892.
  
-Online-Version: [[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=asd&datum=1892&page=211&size=45|https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=asd&datum=1892&page=211&size=45]]+Online-Version: [[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=asd&datum=1892&page=260&size=45|https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=asd&datum=1892&page=260&size=45]]
  
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 ===== Aphorismen. ===== ===== Aphorismen. =====
  
-Gute Einfälle sind wie die Treffer im Lottovon denen einer\\ +Nichts ist so gemein, daß es nicht veredelt und nichts so edel,\\ 
-auf hunderte Nieten kommt.+daß es nicht entweiht werden könnte.
  
 * *
  
-Gedankensplitter sind die Zinsen eines geistigen Capitalsaber\\ +Fleck bleibt Fleckund wär’ er auch von Rosenöl verursacht.
-wer vom Capital selbst zehrt, dem wird es bald keine Zinsen mehr\\ +
-bringen.+
  
 * *
  
-Viele Leute glauben satirisch zu sein und sind nur grob.+Die Werthschätzung der Frau ist der Prüfstein des Mannes.
  
 * *
  
-Manchen Menschen stehen ihre Fehler besser, als anderen ihre\\ +Der Witz ist die Würze des Gesprächs; aber zu viel Würze\\ 
-Tugenden.+verdirbt auch die beste Speise.
  
 * *
  
-Trotz seiner Dummheit wird der geduldige Esel sehr geschätzt,\\ +Vollkommene Menschen kommen nur in gewissen Romanen vor,\\ 
-besonders von den Müllern.+die eben darum sehr unvollkommen sind.
  
 * *
  
-Die Frau möchte uns immer zärtlichdie Gesellschaft immer\\ +Ein gutes Compliment ist ein solches, dem man nicht anmerkt,\\ 
-geistreich sehen, wer könnte das leisten?+daß es ein Compliment ist.
  
 * *
  
-Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt; aber es\\ +Ein Kuß ist ein Liebeslied ohne Worte.
-ist der Fehltritt, der den Wanderer vom Gipfel des Berges in den\\ +
-Abgrund stürzt.+
  
 * *
  
-Das Unglück macht den Starken stärker, den Schwachen schwächer.+Das Leben eines Genußmenschen gleicht einer Havannah; beide\\ 
 +sind duftig und kostspielig und beide gehen schließlich in Rauch auf.
  
 * *
  
-Wenn der Kukuk sein Ei in fremde Nester legt, so hat er darin\\ +Wenn Du mit dem Leben spielst, so wird das Leben bald mit\\ 
-nichts mit unseren Schriftstellern gemein; die möchten eher fremde\\ +Dir spielen.
-Eier nach dem eigenen Neste schleppen.+
  
 * *
  
-Gut Ding will Weileallerdings aber nicht zu viel.+Die Langeweile gleicht gewissen Giften: wie diese den Körper\\ 
 +tödten, so zerstört sie den Geist langsam, aber unfehlbar.
  
 * *
  
-Der Fleißige begreift nicht, wie man faul, der Faule nicht,\\ +Die meisten Laster sind nur übertriebene Tugenden.
-wie man fleißig sein kann.+
  
 * *
  
-Complimente sind wie schlechtes Geld mit Zwangscurs, alle\\ +Ein Kuß ist oft der Anfang vom Ende.
-Welt erkennt ihre Nichtigkeit, und doch gibt und nimmt sie Jeder.+
  
 * *
  
-Erkenne Dich selbstsagt man sich oft in unseren Tagen, aber\\ +Vergessen können ist ein großes Glückvergessen werden ein\\ 
-man fügt hinzu, tout comprendre c’est tout pardonner.+großes Unglück.
  
 * *
  
-„Elendes Machwerk,“ sagte der Knabe, als er den Falter fing\\ +Ein gut’ Theil Lebenskunst besteht darinKleinigkeiten als solche\\ 
-und ihm dabei den Schmelz von den Flügeln wischte.+zu erkennen und zu behandeln.
  
 **Wien.** \\ **Wien.** \\
friedrich_hitschmann_-_aphorismen_1892_2.1779885444.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/05/27 12:37 von Daniel Schönfeld

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