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Hitschmann, Friedrich: Aphorismen. In: Lecher, Zacharias Konrad (Hrsg.): An der schönen blauen Donau, Titelzusatz Beilage der »Presse«, 8. Heft, S.183. Wien, 15. April 1892.
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Aphorismen.
Gute Einfälle sind wie die Treffer im Lotto, von denen einer
auf hunderte Nieten kommt.
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Gedankensplitter sind die Zinsen eines geistigen Capitals, aber
wer vom Capital selbst zehrt, dem wird es bald keine Zinsen mehr
bringen.
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Viele Leute glauben satirisch zu sein und sind nur grob.
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Manchen Menschen stehen ihre Fehler besser, als anderen ihre
Tugenden.
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Trotz seiner Dummheit wird der geduldige Esel sehr geschätzt,
besonders von den Müllern.
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Die Frau möchte uns immer zärtlich, die Gesellschaft immer
geistreich sehen, wer könnte das leisten?
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Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt; aber es
ist der Fehltritt, der den Wanderer vom Gipfel des Berges in den
Abgrund stürzt.
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Das Unglück macht den Starken stärker, den Schwachen schwächer.
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Wenn der Kukuk sein Ei in fremde Nester legt, so hat er darin
nichts mit unseren Schriftstellern gemein; die möchten eher fremde
Eier nach dem eigenen Neste schleppen.
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Gut Ding will Weile, allerdings aber nicht zu viel.
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Der Fleißige begreift nicht, wie man faul, der Faule nicht,
wie man fleißig sein kann.
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Complimente sind wie schlechtes Geld mit Zwangscurs, alle
Welt erkennt ihre Nichtigkeit, und doch gibt und nimmt sie Jeder.
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Erkenne Dich selbst, sagt man sich oft in unseren Tagen, aber
man fügt hinzu, tout comprendre c’est tout pardonner.
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„Elendes Machwerk,“ sagte der Knabe, als er den Falter fing
und ihm dabei den Schmelz von den Flügeln wischte.
Wien.
Friedrich Hitschmann.